2 Lehren und Lernen

Inhalt und Kompetenzen:

Im Modul werden Kompetenzen für eine der spezifischen Aufgaben der Heilpädagogin / des Heilpädagogen erworben: die Lernsituation der Klasse oder der einzelnen Schülerinnen und Schüler differenziert zu analysieren, um eine passgenaue Förderung zu konzipieren.

Im Modul wird aus der breiten Palette der mehr oder weniger einheitlichen Vorgehensweisen der Schulen in der Schweiz eine Systematik vorgeschlagen, an der sich der Prozess der Förderdiagnostik und Förderplanung orientieren kann. Modellhaft wird ein Förderplanzyklus vorgestellt, dessen einzelne Elemente Schritt für Schritt möglichst praxisnah erläutert werden. Dieses Vorgehen orientiert sich am bio-psycho-sozialen Modell der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health).

Die Studierenden werden dabei schrittweise angeleitet ihre Kenntnisse der Förderdiagnostik und Förderplanung an einem Fallbeispiel in der Praxis umzusetzen

Schlüsselwörter:

Förderprozesse, Förderdiagnostik, Förderplan, ICF

Literatur und Quellen:

Buholzer, A. (2014). Von der Diagnose zur Förderung. Grundlagen für den integrativen Unterricht. Zug: Klett und Balmer.

Hollenweger, J. (2014): ICF als gemeinsame konzeptionelle Grundlage. In: R. Luder, A. Kunz und C. Müller Bösch (Hg.): Inklusive Pädagogik und Didaktik. Zürich: Pestalozzianum, S. 30–54.

Hollenweger, J. (2015): Anwendung der ICF im Kontext von Lernen und Lernstörungen. In: Lernen und Lernstörungen 4 (1), S. 31–41.

Lienhard-Tuggener, P., Joller-Graf, K. & Mettauer-Szaday, B. (2015). Rezeptbuch schulische Integration. Auf dem Weg zu einer inklusiven Schule. (2., aktualisierte Auflage) Bern: Haupt.

Luder, R.; Gschwend, R.; Kunz, A. & Diezi-Duplain, P. (Hrsg.) (2011). Sonderpädagogische Förderung gemeinsam planen. Grundlagen, Modelle und Instrumente für eine interdisziplinäre Praxis. Zürich: Pestalozzianum.

Inhalt und Kompetenzen:

Die Lehrveranstaltung «Förderorientierter Unterricht im Fach Mathematik» vermittelt spezifisches fachdidaktisches und entwicklungspsychologisches Wissen, um mathematisches Lernen für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf oder mit besonderen Begabungen erfolgreich zu ermöglichen. Die Zusammenhänge über das mathematische Lernen und seine zentralen Aspekte sowie die möglichen Schwierigkeiten werden behandelt. Das Modul 206 ergänzt und erweitert die förderdiagnostischen Kompetenzen, welche die Studierenden im Modul Förderdiagnostik im ersten und zweiten Semester ihrer Ausbildung erworben haben. Es wird aufgezeigt, wie sich Lernprozesse beobachten, beschreiben, interpretieren, fördern und beurteilen lassen. Konkrete Inhalte des Moduls beziehen sich auf verschiedene Aspekte des Mathematikunterrichts wie Rechenschwäche, Ablösung vom zählenden Rechnen, Aufbau von Grundvorstellungen, Stellenwertsystem, geeignete Veranschaulichungen und Arbeits- und Hilfsmittel für den förderorientierten Unterricht. Das Modul orientiert sich am Kompetenzaufbau im Lehrplan 21. Didaktisch schlägt das Modul den Bogen von Diagnostik (Lernstanderfassung), der Sachanalyse des mathematischen Inhaltes bis zur Lernförderung. Dazu werden konkrete Beispiele aus der Unterrichtspraxis der Studierenden beigezogen und spezifische Unterrichtsmittel und -methoden thematisiert.

Schlüsselwörter:

Rechenschwäche (Dykalkulie), Lernstanderfassung, heterogene Schülerschaft, Unterrichten im System (integrativ/separativ), Sachanalyse, Förderplanung

Literatur und Quellen:

Fritz, A., Ricken, G., & Schmidt, S. (2009). Handbuch Rechenschwäche: Lernwege, Schwierigkeiten und Hilfen bei Dyskalkulie. (2. Auflage). Weinheim: Beltz.

Fritz, A. & Schmidt, S. (Hrsg.). (2009). Fördernder Mathematikunterricht in der Sek. I. Rechenschwierigkeiten erkennen und überwinden. Weinheim: Beltz.

Häsel-Weide, U., Nührenbörger, M., Moser Opitz, E. & Wittich, C. (2013). Ablösung vom zählenden Rechnen. Fördereinheiten für heterogene Lerngruppen. Seelze: Kallmeyer & Klett.

Hess, K. (2012). Kinder brauchen Strategien. Eine frühe Sicht auf mathematisches Verstehen. Seelze: Klett & Kallmeyer

Padberg, F. & Benz, C. (2011). Didaktik der Arithmetik (4., erw. u. vollst. aktual. Neuauflage). Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Scherer, P. & Moser Opitz, E. (2010). Fördern im Mathematikunterricht der Primarstufe. Heidelberg: Spektrum, Akademischer Verlag

Inhalt und Kompetenzen:

Mit dem Modul „Förderorientierter Unterricht im Fach Deutsch“ wird eine Erweiterung des förderdiagnostischen Wissens im Bereich des Schriftspracherwerbs und eine damit übereinstimmende Umsetzung der Sprachdidaktik angestrebt. Neben der Erfassung des Lernstandes und der Lernstrategien der Kinder oder Jugendlichen mittels angemessener Instrumente und Hilfsmittel gehört dazu der Einbezug des Umfeldes. Aus den förderdiagnostischen Einschätzungen können Fachpersonen Schulischer Heilpädagogik adäquate Umsetzungsmöglichkeiten für den förderorientierten Sprachunterricht ableiten. Die Zusammenarbeit mit der Klassenlehrperson und weiteren beteiligten Fachpersonen nehmen bei der schriftsprachlichen Förderung einen zentralen Stellenwert ein.

Schlüsselwörter:

Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen, Schriftspracherwerb und Schriftspracherwerbsstörung/Lese- Rechtschreibschwierigkeiten (LRS), Förderung der mündlichen Sprachkompetenz, Wortschatz, Förderung bei LRS, Lese- und Schreibförderung, Metasprache, sprachliches Lernen bei Mehrsprachigkeit

Literatur und Quellen:

Bartnitzky, H. (2014). Sprachunterricht heute. Lernbereich Sprache, kompetenzbezogener Deutschunterricht. Unterrichtsbeispiele für alle Jahrgangsstufen (17., überarbeitete Aufl.). Berlin: Cornelsen.

Reber, K. & Schönauer-Schneider, W. (2014). Bausteine sprachheilpädagogischen Unterrichts. Serie: Praxis der Sprachtherapie und Sprachheilpädagogik. Bd. 2. München: E. Reihhardt.

Rosebrock, C., Gold, A., Nix, D. &. Rieckmann, C. (2016). Leseflüssigkeit fördern: Lautleseverfahren für die Primar- und Sekundarstufe. 4. Aufl. Hohengehren: Klett & Kohlhammer.

Inhalt und Kompetenzen:

Kinder und Jugendliche verfügen über unterschiedliche Begabungspotenziale. Die individuellen Begabungen der Kinder zu erkennen und zu fördern ist eine allgemeine Aufgabe der Volksschule. Den Studierenden wird im Rahmen der Veranstaltung ein Überblick über das Themenfeld der Begabungs- und Begabtenförderung vermittelt. Die Studierenden lernen pädagogisch-psychologische Modelle und Definitionen der Begabungsförderung kennen und erhalten Impulse aus Forschungsprojekten der Begabungsforschung.

In diesem Modul beschäftigen sich die Studierenden zudem mit didaktischen und methodischen Fragen, welche die «Integrative Begabungs- und Begabtenförderung» mit sich bringen. Die Kernfrage ist dabei, wie Unterricht zu organisieren ist, damit eine möglichst breite Differenzierung und damit eine „Öffnung“ des Unterrichts möglich wird.

Schlüsselwörter:

Begabung, Hochbegabung, Begabungsförderung, Stärkenorientierung

Literatur und Quellen:

Müller-Oppliger, V.; Hug R.; Berweger Konzelmann K. (2019). Mentoring beschwingt. Grundlagen und Ideen zur Umsetzung in der Begabtenförderung. Stiftung für Hochbegabte Kinder (Hrsg.). Zürich.

Renzulli, J.; Reis, S.; Stedtnitz, U. (2001). Das SEM, Aarau: Sauerländer.

Stamm, M. (Hrsg.) (2014): Handbuch Talententwicklung Theorien, Methoden und Praxis in Psychologie und Pädagogik. Bern: Hans Huber, S.127 -139.

Stiftung für hochbegabte Kinder (2009): Begabungsförderung leicht gemacht. Unterlagen und Konzepte von LISSA-Preisträgern. Bern: h.e.p.

Weigand, G., Hackl, A., Müller-Oppliger, V. & Schmid, G. (2014). Personorientierte Begabungsförderung. Eine Einführung in Theorie und Praxis. Weinheim, Basel: Beltz.